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Das sieht aber gar nicht gut aus. Was wir von Ärzten nie wieder hören wollen.

Ausgabe:
1. Auflage

Autor:
Werner Bartens

Verlag:
Pantheon Verlag

Preis:
17,99

Verlag:
978-3-5705 5232-2

Rezension:

Für Patienten ist ein Arztbesuch oder ein Krankenhausaufenthalt in der Regel eine Ausnahmesituation, die, besonders, wenn es um eine ernsthafte Erkrankung geht, häufig mit Stress, Hoffnungen und Befürchtungen verbunden ist. Der Patient befindet sich in einer verletzlichen Position, während es sich für den Arzt um sein alltägliches Geschäft, um Routine handelt. Das asymmetrische Verhältnis beider Gesprächspartner wird durch den Wissensvorsprung des Arztes verstärkt. Gerade wenn es um schwere Erkrankungen geht, versteht der Patient zunächst nur einen Bruchteil des Gesagten.

Im vorliegenden Buch geht es um Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Werner Bartens, selbst studierter Mediziner und Wissenschaftsjournalist geht den Ursachen des gegenseitigen Nichtverstehens auf den Grund und schildert, welch fatale Folgen unbedachte Äußerungen von Ärzten haben können. Zur Veranschaulichung dient die Sammlung und Kommentierung von 99 Sätzen, „die wir von unseren Doktoren nie wieder hören wollen“. Worte beeinflussen den psychischen Zustand eines Kranken, sie können ihn hoffnungsvoll stimmen, eine positive Erwartungshaltung erzeugen, aber auch in tiefe Verzweiflung stürzen. Sie können Nebenwirkungen verstärken und haben sogar das Potenzial, den Heilungsverlauf negazu beeinflussen. Umgekehrt können sie die Prognose einer Erkrankung und die Wirksamkeit von Medikamenten verbessern. Hierfür gibt es inzwischen zahlreiche Belege aus der Placebo- bzw. Noceboforschung. Der Autor unterstellt Medizinern nicht, in böser Absicht zu handeln, beklagt aber eine mangelnde Bereitschaft der Ärzte zu einer gesunden Selbstreflexion und plädiert für eine achtsamere, verständliche Sprache, vor allem aber auch für das aktive Zuhören.
Kritisch zur Sprache gebracht wird des Weiteren die zunehmende Kommerzialisierung der Medizin. Werden beispielsweise Zusatzleistungen vorgeschlagen, die privat bezahlt werden müssen und oft von zweifelhaftem Nutzen sind, kann dies das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient empfindlich stören. Im Anhang des Buches werden dem Leser Tipps für den Umgang mit dem Arzt gegeben. Hierzu gehört auch die Empfehlung, in aller Ruhe die Vorschläge des Arztes zu bedenken, bevor man sich ggf. eine zweite Meinung einholt.

Rezensent(in):
Antje Schütter, DLH-Patientenbeistand

Adresse für Bestellungen:
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