Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation - Informationen für Patienten und Angehörige

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Auf dem Gebiet der Zelltherapie sind gerade in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte zu verzeichnen. Unser Verständnis der biologischen Eigenschaften von Stammzellen hat enorm zugenommen und es wurden neue Konzepte der Zelltherapie entwickelt, zum Beispiel mit sog. CAR-T-Zellen. Die Therapie mit adulten Stammzellen hat bereits seit Jahrzehnten ihr therapeutisches Potenzial unter Beweis gestellt und stellt weiterhin eine wichtige Säule der Therapie dar, die nun um diese innovativen Ansätze ergänzt wird.

Die Entdeckung der adulten Blutstammzellen reicht in die 1960iger Jahre zurück. Damals wurde die bis heute gültige Definition geprägt: Stammzellen haben sowohl die Fähigkeit zur Selbsterneuerung als auch zur Differenzierung in verschiedene Gewebe- oder Zelltypen. Blutbildende Stammzellen finden sich hauptsächlich in ihrer Nische im Knochenmark. Lebenslang gewährleisten sie eine ständige Erneuerung des Blutes – beispielsweise werden unsere roten Blutzellen nur 120 Tage alt und müssen daher kontinuierlich neu produziert werden. Blutstammzellen sorgen zudem für ein intaktes Immunsystem, denn aus ihnen entstehen auch die weißen Blutkörperchen, die für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig sind.

Die Entwicklung der Blutstammzelltransplantation hat es ermöglicht, einige zuvor unheilbare Krebsarten erfolgreich zu behandeln. Im Jahr 2019 profitierten in der Bundesrepublik Deutschland ca. 3.600 Patienten von einer sog. autologen Blutstammzelltransplantation, d.h. die transplantierten Zellen wurden dem Patienten selbst zuvor entnommen. Die meisten der so behandelten Patienten litten an einem Multiplen Myelom oder bestimmten Formen von malignen Lymphomen.

Nach Behandlung mit einer Hochdosischemotherapie kommt es zu einem absoluten Mangel an Blutzellen. Um diesen zu überwinden, ist die Transplantation zuvor gesammelter und tiefgefroren gelagerter Blutstammzellen erforderlich. Diese können entweder durch eine Knochenmarkentnahme gewonnen werden oder aber aus dem Knochenmark heraus mobilisiert und dann im zirkulierenden Blut mit einer speziellen Maschine gesammelt werden.. Dieses Verfahren der sog. peripheren Blutstammzellsammlung wurde erstmals Mitte der achtziger Jahre durchgeführt und erwies sich als so vorteilhaft, dass heute nahezu alle autologen Stammzellsammlungen auf diese Weise erfolgen.

In der Zusammenschau stellt die Blutstammzelltransplantation den Prototyp einer zellbasierten Therapie dar, die sich über die Jahrzehnte von einer zunächst experimentellen Methode zu einer fest etablierten Behandlungsoption entwickelt hat. Dieser kontinuierliche Fortschritt basiert auch auf der Bereitschaft zahlreicher Patientinnen und Patienten zur Behandlung mit innovativen Therapieverfahren im Rahmen von klinischen Studien.

Der Ratgeber "Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation - Informationen für Patienten und Angehörige", der sich mit der autologen Stammzelltranplantation befasst, wurde Anfang 2024 aktualisiert.


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Titelbild der Broschüre Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation - Informationen für Patienten und Angehörige
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