Eine Krebserkrankung kann jeden treffen. Zu dieser Erkenntnis kommt auch PD Dr. Paul Paulson als Autor des Buches „Lymphom, erforscht, durchlebt, geheilt - Ein Erfahrungsbericht aus der Immunonkologie, in vivo“, der sich im Rahmen seiner Doktorarbeit mit mikroskopischen Untersuchungen beim Hodgkin-Lymphom befasst und ungefähr 1,5 Jahre später die Diagnose eines Follikulären Lymphoms erhält. Er erlebt somit Lymphome „in vitro“ als Forschungsgegenstand im Labor und auch „in vivo“ als Patient.
Zu Beginn der 2000-er Jahre gilt das Follikuläre Lymphom als nicht heilbar und zu Rückfällen neigend. Da er selbst in der Lymphomforschung tätig ist, versucht PD Dr. Paulson, für sich selbst eine Impfung gegen die Krebszellen zu entwickeln und so sein Immunsystem gegen den Krebs zu stimulieren. Leider zeigt der experimentelle Behandlungsansatz keinen Erfolg. Es folgen eine Hochdosischemotherapie und Stammzelltransplantationen mit zunächst eigenen Blutstammzellen und kurze Zeit später den Blutstammzellen eines Spenders (autologe und allogene Stammzelltransplantation). Im Nachgang entwickelt er zusammen mit seinen ehemaligen und aktuellen Kollegen eine Impfung gegen den B-Zell-Rezeptor seines Lymphoms, die er sich in einem ebenfalls experimentellen Behandlungsansatz geben lässt. Es treten massive Abstoßungsreaktionen auf (Graft-versus-Host-Disease; GvHD), die insbesondere die Haut und das Bindegewebe betreffen. Hinzu kommen starke Erschöpfung und mangelnde Konzentrationsfähigkeit. Langfristig erholt sich PD Dr. Paulson und er gilt heute als geheilt.
Diese Krankheitsgeschichte ist eingebettet in die bewegte Lebensgeschichte des Autors. Nach seiner Ausbildung als Klempner studiert er Biologie und fertigt seine Diplomarbeit im Bereich der Botanik an. Daran schließt sich die Erstellung der Doktorarbeit im Bereich der Onkologie an. In diese Zeit fallen auch diverse Aufenthalte im Ausland. Es folgen die Lymphomerkrankung, ihre Behandlung, einschließlich der langandauernden und starken Nebenwirkungen sowie Spätfolgen. Langfristig ist er wieder in der Lage, wenigstens in Teilzeit seiner Arbeit im Labor nachzugehen. An eine wissenschaftliche Karriere in der Evolutionsbiologie ist jedoch nicht mehr zu denken. Stattdessen befasst er sich mit anderen Tätigkeiten wie unter anderem dem Erlernen des Gitarrespielens für Flamenco, dem Verfassen von Gedichten, Meditation, Yoga und andere Entspannungsübungen. Neben den beruflichen Aspekten wird auch über verschiedene Beziehungen berichtet, von denen viele aufgrund der Schwere der Erkrankung im jungen Alter und den deutlich erkennbaren Therapiefolgen scheitern. Heute ist er mit einer Koreanerin verheiratet und mit dem koreanischen Leben vertraut.
Ergänzend gehen die letzten Kapitel des Buches auf wissenschaftliche Hintergründe ein und stellen zudem dar, was den Angehörigen in der Zeit der Erkrankung Halt gegeben hat.
Die Autobiografie „Lymphom, erforscht, durchlebt, geheilt - Ein Erfahrungsbericht aus der Immunonkologie, in vivo“ ist ein interessantes Buch, das Mut macht, die Spätfolgen der intensiven Behandlung zu akzeptieren und durch die Änderung der persönlichen Lebenseinstellung und -führung zu einem neuen Leben in Zufriedenheit zu finden.
Anmerkung: Der in dem Buch „Lymphom, erforscht, durchlebt, geheilt - Ein Erfahrungsbericht aus der Immunonkologie, in vivo“ dargestellte Therapieverlauf des Follikulären Lymphoms entspricht nicht dem Regelfall. Weitergehende und aktuelle Informationen zur Erkrankung und deren Behandlung finden sich unter „Krankheitsbildern“ sowie in der Infothek auf der DLH-Internetseite.



