

Die große Gruppe der malignen (bösartigen) Lymphome wird unterteilt in die Hodgkin-Lymphome und andere maligne Lymphome. Letztere werden oft auch als Non-Hodgkin Lymphome (NHL) bezeichnet (Non = Nicht).
Hinter diesem Sammelbegriff verbergen sich ca. 30 verschiedene Arten, die sich in Verlauf und Therapie zum Teil deutlich unterscheiden. Im Laufe der Entdeckungsgeschichte der malignen Lymphome wurden verschiedene Einteilungen verwendet.
In den 70er Jahren wurde die Kiel-Klassifikation eingeführt, die die NHL grob in langsam wachsende bzw. niedrig-maligne und schnell wachsende bzw. hoch-maligne eingeteilt hat. Weltweit anerkannt ist mittlerweile die WHO-Klassifikation, die sich an neusten Erkenntnissen zur Biologie, Diagnostik und Therapie orientiert. Da man also die malignen Lymphome heute genauer definieren und insofern spezifischer behandeln kann, sollte der Begriff der Non-Hodgkin Lymphome möglichst nicht mehr verwendet werden. Stattdessen sollten diese Erkrankungen jeweils mit ihrem genauen Begriff, wie z.B. „follikuläres Lymphom“, bezeichnet werden.
Bis sich allerdings eine völlig einheitliche Nomenklatur in der Praxis durchgesetzt hat, wird es sicher noch eine Weile dauern. Lassen Sie sich nicht verunsichern und fragen Sie Ihren Arzt nach Ihrer genauen Diagnose und der verwendeten Einteilung.
Dieser langsam fortschreitende Lymphomtyp macht etwa 25-30 % aller malignen Lymphome aus. Die Häufigkeit variiert in unterschiedlichen Regionen der Welt erheblich. In Südosteuropa und Asien sind die follikulären Lymphome selten, in der westlichen Welt stellen sie die zweithäufigste Untergruppe maligner Lymphome dar. Das Auftreten betrug im Jahr 2002 in Deutschland etwa 5 – 7 Fälle pro 100.000 Einwohner.
Beide Geschlechter sind in etwa gleich häufig betroffen. Das mediane Erkrankungsalter liegt bei 55 – 60 Jahren.
(Quelle: Lymphome – Neue Erkenntnisse und Therapiestrategien; Hrsg.: Wolfgang Hiddemann, Martin Dreyling, Harald Stein, Thieme Verlag, 2005)
Mantelzell-Lymphome treten mit einer Häufigkeit von 2-3 Fällen bezogen auf 100.000 Einwohner auf. In den USA machen sie 5 %, in Westeuropa ca. 8 – 10 % aller malignen Lymphome aus. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen (Verhältnis von 3-4 zu 1); der Altersgipfel liegt zwischen 65 und 70 Jahren. Wegen seines im Vergleich zum follikulären Lymphom aggressiveren Verlaufs wird das Mantelzell-Lymphom als eigenständige Form klassifiziert.
(Quelle: Lymphome – Neue Erkenntnisse und Therapiestrategien; Hrsg.: Wolfgang Hiddemann, Martin Dreyling, Harald Stein, Thieme Verlag, 2005)
Das Immunozytom ist eine langsam verlaufende Lymphom-Erkrankung des höheren Lebensalters mit einem mittleren Erkrankungsalter von etwa 63 Jahren. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Es erkrankt jährlich etwa ein Mensch pro 100.000 Einwohner. Der lymphoplasmozytische Subtyp des Immunozytoms entspricht weitgehend dem Morbus Waldenström. Charakteristisch für den Morbus Waldenström ist die Vermehrung des Immunglobulins/Paraproteins vom Typ IgM.
(Quelle: Manual Tumorzentrum München – Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge – Maligne Lymphome, 2004)
Die Haarzell-Leukämie ist mit einem jährlichen Auftreten von etwa 150 Fällen pro 100.000 Einwohner ein seltenes Lymphom. Sie tritt überwiegend im mittleren Lebensalter auf; Männer sind in einem Verhältnis von 5 zu 1 deutlich häufiger betroffen als Frauen.
(Quelle: Manual Tumorzentrum München – Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge – Maligne Lymphome, 8. Auflage 2008; Kompetenznetz Maligne Lymphome)